Chronisches Maskendefizit: Robert Koch Institut rät zur Ressourcenschonung

Aufgrund der sich weltweit ausbreitenden Krankheit COVID-19, die durch das Virus SARS-CoV-2, vormals 2019-nCoV genannt,

hervorgerufen wird, hat nun das Robert Koch Institut, kurz RKI, in einer Veröffentlichung (PDF) auf Möglichkeiten zur Ressourchenschonung bei Schutzmasken aufmerksam gemacht. Hintergrund sind Lieferengpässe der fast ausschliesslich in China ansässigen Produktionsbetriebe solcher Masken.

Vor vier Woche, Ende Januar, wurde von einem deutschen Hersteller diese Mitteilung veröffentlicht:

“Liebe Kunden,

der Ausbruch des Corona-Virus stellt uns, so wie alle Hersteller von Schutzbekleidung, vor eine große Herausforderung. Die Nachfrage nach Schutzkleidung ist exorbitant gestiegen. Unser oberstes Ziel ist die stabile Versorgung für unsere langjährigen Stammkunden bestmöglich zu sichern. Daher können wir derzeit keine Neukunden annehmen. Wie Sie den Medien entnehmen können, ergreift die chinesische Regierung drastische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie. Um die nationale Sicherheit zu gewährleisten hat die chinesische Regierung wichtige Produktionsstätten, auch die von DACH Schutzbekleidung verpflichtet, bis auf weiteres rund um die Uhr ausschließlich für den chinesischen Bedarf zu produzieren. Diese radikale Anordnung wird bedauerlicherweise, nicht nur bei uns, zu Lieferengpässen führen.

Die derzeit verfügbaren Mengen werden wir quotal, entsprechend der Abnahme vom Vorjahr, auf unsere Kunden verteilen. Über unseren Webshop eingegangene Neukundenaufträge müssen wir leider stornieren und voraus bezahlte Beträge zurück erstatten. Eine Nebenwirkung der Krise ist ein drastischer Preisanstieg der Rohstoffe durch Hamsterkauf. Um die normale Versorgung nach dem Produktionstop rasch wieder herzustellen, muss die Ware u.a. eingeflogen werden. Die gegenwärtigen außergewöhnlichen Umstände, höhere Gewalt, machen es erforderlich, diese Mehrkosten zum Teil an unsere Kunden weiter zu geben. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir ab sofort die Preise entsprechend unserer Webseite erhöhen müssen. Ebenfalls bitten wir um Verständnis, dass wir aufgrund höherer Gewalt nicht alle eingegangenen Lieferverpflichtungen erfüllen können.

Wir hoffen auf eine baldige Rückkehr des Normalzustands.”

Die Charakteristika nicht-regionaler Produktion werden genannt und die Abhängigkeit von der Lieferkette tritt zu Tage, auch bei den Rohstoffen (also den Filtermaterialien). Hier wird ein Preisanstieg zwar durch die veränderte Nachfrage begründet, bei einer Reregionalisierung der Produktion ist jedoch genau das gleiche zu erwarten: ein Preisanstieg aufgrund der damit einhergehenden Reinternalisierung von Kosten.

Nachdem Ende Januar der Großhandel noch von verzögerten Lieferzeiten von mehreren Wochen gesprochen hatte, wurden Anfang Februar bereits sämtliche Lieferzeitangaben durch unspezifische Verzögerungsankündigungen abgelöst und Produkte in Internetkatalogen entweder entfernt, oder mit Hinweisen wie diesem versehen:

“Sehr geehrte Kundschaft, da der deutsche Markt für FFP2 und FFP3 Feinstaubmasken von chinesischen Kunden innerhalb von 2 Tagen komplett aufgekauft wurde, können wir derzeit KEINE dieser Feinstaubmasken versenden. Bestellungen von FFP2 und FFP3 Feinstaubmasken werden nach Bestellung wieder storniert.”

Inwiefern Atemschutzmasken in ausreichender Qualität der Kategorie FFP2 oder sogar FFP3 (den zwei virentauglichen Standards) dezentral hergestellt werden könnten, ist derzeit unklar. Technische Details zum Atemschutz vor Viren mit Staubschutzmasken gehen aus zwei Quellen (1, 2) hervor, inzwischen mit Aktualisierung ersterer.

Nachdem Italien Ende Januar den Ausnahmezustand ausgerufen hat, offensichtlich berechtigt, da es inzwischen die bei der WHO genannte Stufe “community level outbreak” erreicht hat, also die unkontrollierte Weitergabe der Infektion und damit der Ausbruch der Krankheit innerhalb der Bevölkerung, und nachdem in London symptomatisch Erkrankte mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Atemschutz und damit das Maskendefizit nun auch außerhalb von China weiter ansteigen werden, auch wenn “nach derzeitigem Wissenstand” Atemschutzmasken medizinischem Personal und den Wartenden im Wartezimmer beim Arzt oder im Krankenhaus vorbehalten sein soll.

Aufgrund eines fehlenden Impfstoffes (Kommentar von Dr. Dale Brown, youtube) können Einzel- wie auch Massenimpfungen, wie sie in Influenzapandemieplänen wie diesem (neu seit 02.03.2020, Stand zur Erstveröffentlichung dieses Artikels hier) vorgesehen sind, derzeit noch nicht erfolgen.

Das RKI informiert hier über Aktuelles, die aktuelle WHO Karte gibts hier.

EDIT vom 24.02.2020: Lage Italien via RKI, Lagekarte

EDIT vom 26.02.2020: Je erster Covid-19 Fall in Baden-Württemberg und NRW

EDIT vom 27.02.2020: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Virus via infektionsschutz.de; Merkur mit aktuellen Details

EDIT vom 28.02.2020: Video einer Polizeiübung in China via Telepolis, und ein PDF zu Desinfektionsmitteln von der WHO, BBK Ratgeber

EDIT vom 29.02.2020: Trump erwägt Kriegsgesetz zur Produktion von Schutzmasken in den USA, Daily Mail; zum PDF von gestern via fefe: “Es lohnt sich übrigens den “reinen Alkohol” tatsächlich auf 80% zu verdünnen - die Desinfektionsleistung ist dann besser als bei reinem Alkohol. Das kenne ich noch aus dem DNA-Labor an der Uni”; und das hier auf Twitter (Archiv)

EDIT vom 01.03.2020: RKI zu Großveranstaltungen (PDF), 3M (Maskenhersteller) Dokumentenliste

EDIT vom 05.03.2020: Zweiter Virusstamm gefunden, Sparkasse nimmt zu Geldautomaten Stellung

EDIT vom 06.03.2020: Unbekannte stehlen Atemschutzmasken von Kinder-Intensivstation - rbb24

EDIT vom 07.03.2020: RKI Pressekonferenz (youtube), Steckbrief Coronavirus, Karte BW

EDIT vom 21.03.2020: Nature Scientific Report: Universal and reusable virus deactivation system for respiratory protection (PDF)

EDIT vom 27.03.2020: Triumph und Mahle setzen regionale Produktion von Masken um, Pressemitteilung von gestern (als PDF, und hier auf Englisch)