Peter Piot, Mitentdecker von Ebola, im FT Interview zu Covid-19

Der Originalartikel Ebola co-discoverer Peter Piot on how to respond to the coronavirus erschien gestern in

der Rubrik Lunch with FT, es folgt ein Auszug:

“Das hier ist ernst.”

“Nun, sagen wir, die Sterblichkeitsrate beträgt 1 Prozent. Die große Frage ist also, wie viele Menschen werden sich infizieren? Reden wir von Hunderttausenden oder Millionen? Nun, 1 Prozent von einer Million sind 10.000; das sind 10.000 Menschen, die sterben werden”, sagt er.

“Es ist eindeutig nicht Sars”, fährt er fort und bezieht sich dabei auf das schwere akute Atemwegssyndrom, an dem fast jeder zehnte Mensch starb, der sich vor 17 Jahren damit angesteckt hat. “Das ist die gute Nachricht. Aber die schlechte Nachricht ist, dass es [das neue Coronavirus] sich viel schneller verbreitet. Das [damalige] Sars-Virus sitzt tief in der Lunge. Bei diesem [neuen] Virus scheint es, dass es im Rachen sitzt, und deshalb ist es viel ansteckender.”

“Zweitens: Wir haben keinen Impfstoff. Alles, was wir haben, sind mittelalterliche Methoden der Eindämmung: Isolierung, Quarantäne, Kontaktverfolgung.”

Piot erinnert sich, dass er 1981 in Los Angeles von den ersten Fällen eines mysteriösen Virus gehört hat. “Der erste Bericht über HIV waren sechs oder sieben schwule Männer in Kalifornien. Kumulativ haben wir heute etwa 75 Millionen Menschen, die infiziert wurden. Wer hätte das damals gedacht? Niemand. Lieber lasse ich mir eine Überreaktion vorwerfen, als dass ich mir sagen lasse, ich hätte meine Arbeit nicht getan.” [eigene Übersetzung]

Er fährt fort, von seiner Erfahrung bei der UN zu berichten, auch von seiner Arbeit mit chinesischen Parteioffiziellen, und kommt zu dem Schluß, dass es einer Art Feuerwehr bedarf, um mit solchen Ausbrüchen umzugehen, und meint laut FT damit ein besser vorbereitetes, globales Gesundheitssystem.